Die Vellach – Fliegenfischen im Kärntner Grenzland

Von Friedrich TOMASIN

Vellach
Abb. 1: 1 Herbstlich leuchtet die Ufervegetation der Vellach 
und harmoniert mit den Blautönen des Wassers.

Vellach Karte


Die Vellach, mit Ursprung im grenznahen Raum zu Slowenien, ist der südlichste Fluss Österreichs. Ihr Lauf ist durch starkes Gefälle und hohe Strömung gekennzeichnet. Über eine Fließlänge von ca. 35 km überwindet sie einen Höhenunterschied von 800 Metern. Die starke Geschiebeführung und die deutlichen Abflussschwankungen geben der Vellach ihren torrenten Charakter.
Um eine Verminderung der Fließgeschwindigkeit und der Geschiebetätigkeit zu erreichen bzw. Lebensräume für die Fischfauna und ihre Nährtierchen zu schaffen, wurden Regulierungsmaßnahmen (Verlegung von Rausteinen und Sohlabschürfungen) durchgeführt. Dieser Eingriff hat das Gesamtbild hinsichtlich der Morphologie und der Dynamik aber nur geringfügig verändert. Fließgewässer wurden vom Menschen schon seit eh und je für verschiedenste Zwecke missbraucht, so auch zur Einleitung von Abwässern.
Bis vor neun Jahren musste die Vellach der Papierindustrie dienen. Aber: Ende gut, alles gut! Heute gehört dieses Karawankenströmchen zu den ökologisch wertvollsten Flüssen unseres Bundeslandes und hat sich zu einem passablen Salmonidengewässer gemausert.



Abb. 2: Einladende Partie an der Ebriach
 - Rollwurf gefragt!


Von den zahlreichen Nebengerinnen sind für die Fischerei nur die Ebriach mit dem wildromantischen Trögernbach (erklärtes Naturschutzgebiet mit einer Reihe botanischer Kostbarkeiten) interessant.
Die Fischereirechte der Vellach und der Nebenbäche liegen in mehreren Händen, werden aber, bis auf wenige Ausnahmen, gemeinsam angeboten. So wird der Großteil des Mittellaufes mit Ebriach und Trögern von der Fremdenverkehrsgemeinde Eisenkappel, der Unterlauf ab Miklautzhof von der Gemeinde Sittersdorf und das Anschlussrevier bis zur Einmündung in die Drau von der Familie Petrasko bewirtschaftet (Gesamtlänge: 29 km). Die Fischereiberechtigten ermöglichen dem Gastfischer nicht nur anglerische Vielfalt, sondern auch Pirsch im Kombi-Pack.


Fischfauna und Insektenvorkommen

Die Vellach ist grundsätzlich ein reinrassiges Salmonidengewässer. Ihr Bestand wird aus Äschen, Bach- und Regenbogenforellen gebildet. Im letzten Jahr wurde im Mündungsbereich zur Drau ein Fischpass errichtet. Nun kann es schon einmal vorkommen, dass im Unterlauf eine Spezies aus der Karpfenfamilie nach dem angebotenen Köder schnappt. Die Zusammensetzung der Wirbellosen besteht aus Eintags-, Köcher- und Steinfliegen sowie Dipteras (Zweiflügler). Dieses Aquatenangebot wird durch Landkerbtierchen bereichert.

Abb. 3: Fario aus der Vellach - ehrliche 37cm


Ausstattung, Fliegenwahl und Fischerei

Eine Rute in der Länge von 8 bis 8,6 Fuß und eine Schwimmschnur der Klasse 5 deckt den Bedarf. Vorfächer von ca. 2,5 m Länge und Spitzen von 0,12 - 0,18 als Monos oder die neuen Polys reichen für den Trocken- und Nasseinsatz. Die Auswahl der Nymphen und Trockenfliegen erfordern kein großes Spektrum. Bekannte Muster wie Goldkopf, Pheasant Tail, Ritz D und Arthofer bei den Nassen und Rehhaar, Palmers, bevorzugt CDCs, zum Trockenfischen sollten in der Köderdose greifbar sein. Wer eventuell gerne zu einem Streamer greift, macht auch keinen groben Fehler. Jig, Widerhaken und alle anderen Köder sind verboten. Also nur mit der Kunstfliege!

Das Fischen in derartig sichtigen und relativ flachen Gewässern, wie die Vellach mit ihren Zubringern eines darstellt, stellt den unerfahrenen Wildwasserangler schon vor die Tatsache, dass nicht jeder geortete Fisch auch zum Petri-Heil wird. Vorsichtige Pirsch und gezielte Präsentation ist geboten. Die Fangerfolgsaussicht liegt vor allem im Stromaufservice. Würfe an Ufer- und Strömungskanten, an die Übergänge zu den Gumpen und Ausläufen als auch eine freie Abdrift des Köders beglücken das Anglerherz. Wer mit Einfühlungsvermögen und etwas Feingefühl ans Werk geht, wird von der Vellach belohnt werden.



Erlaubnisscheine und Informationen

Espresso Walter PIROUTZ, Eisenkappel 276; Tel.: 04238/363
Gemeindeamt Sittersdorf, Haus WEITZER; Tel.: 04237/2020
Pension WUTTE, 9123 St. Primus; Tel.: 04239/2869


Abb. 4: Das Bett der Vellach lädt auch zu
einem erholsamen Picknick ein.

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